Thomas Weil

Thomas Weil über seine Malerei anlässlich der Ausstellung in der 
Galerie Florian Trampler vom 10. 2. – 10. 3. 2007

Der Inhalt meiner geometrischen Ornamentbilder ist das Achteck.  Es ist jedoch nicht als erkennbare Einzelform dargestellt, sondern es ist eingewoben in einen ornamentalen Ablauf, der sich innerhalb eines Quadratrasters bewegt. Von der Traumforschung wissen wir, dass das Achteck eine Mandalaform ist, die aus unseren unbewussten Schichten als Bild der Lösung und Erfüllung auftaucht. 
Der Inhalt meiner floralen Ornamentbilder greift tradierte archetypische Grundformen des Weltkulturerbes Ornament auf. Jede von ihnen blickt auf eine lange wechselvolle Geschichte zurück, hat aber nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
Eine Blüte von vorne gesehen ist seit alters her ein Sonnensymbol und damit ein  Bild von Vollkommenheit, immer wieder dringt dieses tief verwurzelte Bild an die Oberfläche, will neu interpretiert werden, ob von Warhol oder Richter oder anderen.
Das Gleiche gilt von weiteren Symbolen wie Spiralen, Ovalen, Früchten, Ranken oder Sinusschwüngen.  Auch in ihnen steckt das uralte, aber aktuelle Bedürfnis nach immer wieder neuer Visualisierung. Diese Formen stellen einen rätselhaften und unergründlichen Inhalt dar, der die Sinnfrage von Kunst neu stellt.

Farbe, Maß und Proportion stehen in meinen Bildern in direktem Verhältnis zum gewählten Bildthema. Das richtige Maß lässt sich mit Hilfe einer Schwarzweiß-Grafik des projektieren, bereits proportionierten Bildes, eines Epidiaskops und der vorbereiteten Leinwand ermitteln. Aus verschiedenen möglichen Maßen, wird das ausgewählt, was das Thema am besten zum Klingen bringt. Dann beginnt der Malprozess. Ich gehe davon von mindestens zwei Farben aus, um das Bildthema auszudrücken. Farben umarmen sich, trotten nebeneinander her oder stoßen sich ab. Ich suche immer die bestmögliche Steigerung. Das kann zum Kampf um Nuancen mit mehreren Lasurschichten werden.

Thomas Weil 17.02.2007