Raimund Girke

Aufsteigendes Licht

9. September bis 29. Oktober 2011

Raimund Girke, Auflösung + Verdichtung, 1999, Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm

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Raimund Girke

Aufsteigendes Licht


Raimund Girke geb.1930 in Heinzendorf/Niederschlesien, gest. 2002 in Köln, ist einer der wichtigsten Vertreter deutscher Malerei der Kunst nach 1945.
Seine Arbeiten befinden sich in den wesentlichen internationalen Museen und Sammlungen.
Raimund Girke studiert von 1951 bis 1952 an der Werkkunstschule Hannover und besucht anschließend bis 1956 die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf.
Den dort vorherrschenden Formengestus des Informel empfindet der Maler als zu subjektiv und pathetisch, so dass er seit Mitte der 50er Jahre kontinuierlich eine eigenständige, formal reduzierte Malerei entwickelt. Der rasche Erfolg Girkes zeigt sich 1959 in der Verleihung des Preises der Stadt Wolfsburg für Malerei und des Kunstpreises der Jugend in Stuttgart von 1962.

Von 1966 bis 1971 lehrt Girke an der Werkkunstschule in Hannover, bevor er einem Ruf an die Hochschule der Künste in Berlin folgt.

Anders als die Kollegen seiner Generation, der Gruppe ZERO (Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack) bekannte Girke sich stets zur Tradition der Tafelmalerei. In den 60er Jahren entwickelt der Künstler dieses Medium weiter und beschränkt auch die Farbskala. Seine frühen Gliederungsprinzipien der Malfläche wie parallele Farbschichtungen in individueller Malspur und gitterartige, serielle Strukturen werden prägend für Girkes gesamtes OEuvre.
In den 1970er Jahren erhebt Raimund Girke die Forderung der totalen Reizüberflutung "die stillen, reduzierten Sachen gegenüberzustellen und den Betrachter wieder zu einer Konzentration zu führen". Eine fast monochrom-weiße Bildgestaltung mit feinsten Differenzierungen in Farbe und Helligkeit ist in dieser Zeit dominierend und erfährt 1977 ihre reinste Ausprägung in den Bildern für die documenta VI.
Die Farbe Weiß wird für Girke die "Königin der Farben". In den 80er und 90er Jahren erweitert sich die Farbpalette des Malers hauptsächlich um verschiedene Grauab-stufungen, das gestische Moment der Pinselschrift verstärkt sich erneut.
Der persönliche Duktus wird in Girkes seriellen, strukturellen Ordnungen nahezu aufgehoben und doch sind seine Werke geprägt von einer Spannung zwischen Nüchternheit und Emotion.
Raimund Girkes Werk spielt eine fundamentale Rolle für die Malerei seit den 1980er Jahren in Deutschland.
1995 erhält der Künstler den Lovis-Corinth-Preis.
Raimund Girke lebt und arbeitet bis zu seinem Tod 2002 in Köln und Berlin.

Raimund Girke, Auflösung + Verdichtung, 1999, Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm

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