Hideaki Yamanobe - Two Feelings

12. September bis 26. Oktober 2013

Erstmalig in München zeigen wir ausgewählte Arbeiten des Japanischen Malers Hideaki Yamanobe auf Leinwand und Papier.

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Hideaki Yamanobe - Two Feelings

12. September bis 26. Oktober 2013


Erstmalig in München zeigen wir ausgewählte Arbeiten des Japanischen Malers Hideaki Yamanobe auf Leinwand und Papier.

Hideaki Yamanobe ist Maler und Grafiker, Mittler in eigener Sache und Grenzgänger zwischen ostasiatischer und europäischer Kultur.

Er lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Köln und Tokyo.

Hier wie dort widmen ihm Galerien, Museen und Institutionen zahlreiche Ausstellungen, auch medienübergreifend konsultiert man ihn.

So gestaltete Hideaki Yamanobe z.B. die Szenenbilder für die Helmut Friedrich Lachenmann Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, die vom Tokyo Symphonie Orchester in der Suntory Hall in Tokyo im Jahr 2000 aufgeführt wurde sowie 2002 die Szenenbilder für selbige Oper zu den Salzburger Festspielen, mit dem SWR Symphonie Orchester. Das unterstreicht seine ausserordentlichen Fähigkeiten, Brücken zwischen den Kulturen und Medien herzustellen und dies scheinbar spielend, mit einer auf dieses Projekt zugeschnittenen, jedoch eigenen Bildsprache zu füllen weiß.

Seinen Farbraum beschränkt er auf Schwarz, Weiß und einer engen Palette zwischen Ziegel- bis Karminrot. Die Mischungen wiederum lassen eine Vielfarbigkeit erblicken, wie sie in ihrer Vielfalt nur in der Natur wahrnehmbar sind. Inspiriert von dieser, vielmehr aber ihrer nicht-greifbaren Phänomene, wie Licht, Wolken, Nebel, verzichtet Hideaki Yamanobe auf figürliche Darstellung, um diesen diffusen Bereich der Erscheinungen und deren Stimmung atmosphärisch und malerisch in Szene zu setzen. Ähnlich wie die Bestellung eines ZEN Gartens durch den Akt der konstanten Wiederholung, entsteht eine Konzentration, die alles Umgebende hervorhebt und das Greifbare in einen zeitlosen Rahmen für das Ungreifbare setzt. Der unablässige Versuch, diese sensitiven Wirkungen zu erfassen und künstlerisch umzusetzen, stellen Hideaki Yamanobe in die Tradition der ostasiatischen Malerei. Bereits im 16. Jh. erhoben Künstler diffuse  Erscheinungen häufig zum zentralen Thema ihrer Werke und machten diese durch das Auslassen von Form sichtbar. 

Sein modern westlicher Kunstansatz eröffnet uns die Möglichkeit, auch Einblicke in diese Thematik zu erlangen. In seinem grafischen Werk finden sich flüchtig gesetzte kaligrafische Zeichen, ähnlich einer skizzierten Bewegung, teils prägnant und teils gedämpft durch die Überlagerung dünnster Reispapiere. Auch hier jedoch wären formale Assoziationen nur Ausdruck der Sehweise des Betrachters.

Hideaki Yamanobe geht es nicht um die Darstellung von Etwas, bzw. das Aufzeigen von Begrifflichkeit oder Tradition, er schreibt nicht vor, was man zu sehen hat; es geht ihm vielmehr um die Evozierung von sinnlichen Empfindungen, von einem Gefühl.

Ein Künstler schafft ein Werk, das Werk ist fertig und gleichsam eines autonomen Wesens in der Welt. Besitzt es die Attraktivität, dass der Betrachter den Blick halten möchte, beginnt der Dialog zwischen ihm und dem Werk. Die spürbar vornehme japanische (Zurück-)Haltung verleihen Hideaki Yamanobe’s Arbeiten diese ganz besondere Attraktivität. Die überaus präsenten Arbeiten, sind nicht mal im Ansatz laut; fast meint man Stille zu hören. Es schwingt eine atmosphärische Ambivalenz mit, die den Betrachter in eine Vielfalt sinnlicher Wahrnehmungen zieht.

Der Akt der Beobachtung verändert Dinge.

Florian Trampler, August 2013

 

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