Farbraum - Raumform

Sonia Costantini - Friedrich Weschmitt

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Farbraum - Raumform

Sonia Costantini - Friedrich Weschmitt


Farbraum - Raumform ist eine Gruppenausstellung zweier Künstler(in) die in höchst unterschiedlichen Medien arbeiten.Ihre persönliche, für ihre Arbeit nicht unwesentliche Haltung, weist jedoch erstaunliche Gemeinsamkeiten auf.

Sonia Costantini ist Malerin und arbeitet in monochromer Manier. Friedrich Weschmitt ist Bildhauer und arbeitet im Bronzeguß – jeder strikt in seinem gewählten Medium. Den Arbeiten beider Künstler gemeinsam, ist der Dialog mit dem jeweiligen Material und deren Wirkungsspektrum. Beide begreifen ihre Arbeit immer als Status quo eines Prozesses, der die Überwindung alles Eindeutigen beansprucht. Für die tiefere Betrachtung bietet sich also eine Fülle von Entdeckungen.

 Sonia Costantini (*1956, Mantova) zählt zu den wichtigsten VertreterInnen der aktuell schaffenden "monochromen Malerei". Ihre Werke sind ein wesentlicher Bestandteil der international bedeutenden Sammlung, die Panza di Biumo (*1923 – 2010) u.a. für seine Villa Varese zusammengetragen hat. Seine Institution unterstützt James Turrells wichtigstes Lichtprojekt im "Roden Crater" in der Wüste Arizonas. In diesem Sinne geht es auch um Lichtphänomene, die Sonia Costantini in ihrer Arbeit entwickelt. Die Oberflächen Ihrer Arbeiten bestehen aus zahlreichen Schichten Acryl- und in weiteren Schritten Öllassuren. Es sind sorgfältig durchwirkte und durchgehende Arbeitsprozesse, die kein Absetzen erlauben, im Ringen um die entscheidende endogene Farbschicht, die die gesamte Farbfläche zum vibrieren bringt. Die Farbklänge ihrer Arbeiten sind unverkennbar dem italienischen Kolorit verbunden. Das Faszinosum an Costantinis Arbeiten ist ihr Streben, die Wirkung der sog. „Korpuskeltheorie“ nachzuweisen: dass Lichtwellen zu Masse werden und umgekehrt.

 Friedrich Weschmitt (*geb.1947, Kusel), verfolgte als Bildhauer und passionierter Indienreisender, dass die sog. „rural art“ bis zu den 80er Jahren als wertlos angesehen, durch internationale Ausstellungsaktivitäten dann doch in den Fokus der Weltöffentlichkeiten geriet. Er lernte die Bronzegießer-Familien und Meister der Bastar-Region in Mittelindien kennen. Die Stammeskultur dieser travidischen Ureinwohner ist animistisch. Für kultische Zwecke entstehen Abbildungen ihrer sehr zahlreichen, meist weiblichen Gottheiten in der sog. Wachsfadentechnik, einer hochriskanten und aufwendigen Variante des Bronzegusses, die nur noch in dieser Region zur Anwendung kommt. Das Studieren dieser Technik sowie ihres traditionellen Hintergrundes zogen Friedrich Weschmitt immer wieder in diese Gegend. Er adaptierte diese außergewöhnliche Technik in seine Formsprache, kommunizierte sie den Leuten vor Ort und fand Akzeptanz und Unterstützung. In seinen, seit den frühen 90er Jahren, ausschließlich in der Bastar-Region gefertigten Plastiken verzichtet Weschmitt bewusst auf jegliche Art symbolhafter Darstellung. So entstehen in seinen Bronzen einzigartige und vielschichtige Chiffren wirkungsbetonter Formen - eine spannungsreiche Symbiose zwischen zeitgenössischer Moderne und asiatischer Tradition. Weschmitt darf für sich das Privileg in Anspruch nehmen, der einzige zeitgenössische bildende Künstler zu sein, der in diesem Medium arbeitet. Seine  Arbeiten finden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.


Weschmitts Lebensmotto wird von einem Satz des Dadaisten Hugo Ball sehr treffend beschrieben:

"Das künstlerische Gestalten ist ein Beschwörungsprozeß und in seiner Wirkung eine Zauberei."

Im Zusammenklang beider Künstlerpositionen kann dies für beide Künstler gelten.

 Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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